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Gefährliches Leben hinter dem Deich
Ein kleiner Kreis von Kulturfreunden findet sich regelmäßig in der "Bücherstube"
zusammen. Denn dort organisiert Inhaberin Marlies Röbke Veranstaltungen mit
besonderem Flair.
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Marlies Röbke (rechts) hatte Autorin Elke Löwe bereits zum zweiten
Mal in der Elmshorner "Bücherstube" zu Gast. Foto: Düstersiek |
Lesung.
Wenn Valerie Blohm sich im vierten Band der Krimireihe von Autorin Elke Löwe
verliebt, dann hat das unmittelbar etwas mit Elmshorn zu tun. Denn dort war die
"Mutter" der Romanfigur im vergangenen Sommer zur Lesung in der "Bücherstube" zu
Gast. Im Rosengarten hinter dem kleinen Buchgeschäft von Marlies Röbke trugt sie
aus ihrem Buch "Die Rosenbowle" vor.
Die aufmerksamen Zuhörer regten im Gespräch mit der Künstlerin an, dass Valerie
sich verlieben sollte. "Das habe ich mir zu Herzen genommen", bekannte Löwe, als
sie nun wieder zur "Kriminacht" in die "Bücherstube" gekommen war. Als sie
wenige Monate später mit der neuen Geschichte aus Augustenfleth begann, floss
dieser Wunsch aus Elmshorn ein.
So beginnt das vierte Jahr von Valerie im Elbmarschendorf mit einer
schicksalhaften Begegnung. Ein Russe, der aussieht wie Johnny Depp im Film
"Irgendwo in Iowa", erobert im Sturm das Herz der Frau. Sie war vor vier Jahren
aus München in den Norden gezogen. Ihre Tante starb und hinterließ ihr ein Reet
gedecktes Haus im Dorf. Den Blick "von außen" hat Valerie während dieser Zeit
nicht abgelegt.
"Das ist mir ganz wichtig, denn auch ich habe mir diese Perspektive bewahrt", so
die Autorin. So beschreibt sie denn mit sehr spitzer Feder die Eigenheiten des
Lebens hinter dem Deich. Liebevoll werden Stärken und Schwächen von Bewohnern
und der Besuchern aufgespießt. Aha-Effekte für Einheimische und viel
Wissenwertes aus internen Kreisen für Fremde sind garantiert.
Selbstverständlich gehören zu einem Krimi auch Verbrechen. Seit Valerie in
Augustenfleth wohnt, hat es in jedem Jahr einen Toten im Marschdorf gegeben. Das
ist auch im vierten Band "Die Schneekamelie" nicht anders. Auf ihre eigene Art
stürzt sich die Probandin in die Auflösung der verzwickten Fälle. Ähnlich wie
Miss Marple oder andere literarische Vorbilder, ist sie eine Hobby-Kriminologin.
Die Lesung gehörte zur Reihe "Kultur zum Anfassen", die Röbke seit der Eröffnung
ihres Geschäfts vor fünf Jahren organisiert. Im kleinen Kreis haben Künstler und
Besucher Gelegenheit, unmittelbar miteinander ins Gespräch zu kommen. Eine ganz
eigene intensive Atmosphäre entsteht. Das soll auch bei den nächsten
Veranstaltungen in diesem Jahr nicht anders sein. Am Sonntag, 25. November, ist
Schauspieler Karl Straub zu Gast. Er stellt ab 16 Uhr die literarischen
Hinterlassenschaften der Kinder aus dem Konzentrationslager Theresienstadt vor.
Die Saison klingt am Sonntag, 9. Dezember, ab 16 Uhr mit einem musikalischen
Adventskalender aus. Die Liedergalerie aus Hamburg ist mit Schuberts
"Winterreise" zu Gast.
von Eveline Düstersiek
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